Von Auckland nach Taupo

Halli Hallo wir leben noch...­čśŐ

seit unserem letzten Bericht sind ja schon wieder ein paar Tage vergangen und ich muss sagen, dass es mir immer schwerer f├Ąllt mir zu merken was wir jeden Tag erlebt haben und wo wir eigentlich gestern waren ­čśé. Wir sehen hier so viel, dass wir uns immer erstmal sortieren m├╝ssen. Aber jetzt m├Âchte ich euch etwas ├╝ber unsere letzten 4 Tage berichten.

Wir fuhren zur├╝ck von Paihia nach Auckland wo wir in einem vorgeschlagenen Hostel von Kiwi Experience unterkamen namens Nomads Backpackers. Sehr zentral gelegen und wie wir sp├Ąter erfahren durften direkt ├╝ber einer Bar/Disco wo der DJ bis in die fr├╝hen Morgenstunden sein Bestes gab­čśë. Da hatten wir ja keine andere Wahl als uns mit ins Nightlife von Auckland zu st├╝rzen. Leider war die Nacht viiiiiel zu kurz denn unser Bus startete am n├Ąchsten Tag sehr fr├╝h. Dazu kam noch, dass das Zimmer so gro├č war wie meine Schiffskaj├╝te auf Aida und die Matratzen waren eigentlich nicht vorhanden wir lagen gef├╝hlt direkt auf dem Lattenrost. Aber gut auch das muss man auf seiner Tour mal mitgemacht haben­čśť.

Unsere Reise im Land der "gro├čen wei├čen Wolke" ging weiter in Richtung Hot Water Beach und der ber├╝hmten Cathedral Cove. Hier entschieden wir uns f├╝r eine Kajaktour und es war einfach fenomenal. Wir h├Ątten die K├╝ste und die Buchten nicht sch├Âner erkunden k├Ânnen. Unser Guide der aussah wie Robinson Cruso pers├Ânlich f├╝hrte uns unter anderem in die Stachelrochenbucht wo wir auch tats├Ąchlich ein Exemplar sehen konnten...ein richtig gro├čes noch dazu. Wir fuhren au├čerdem mit den Kajaks in eine H├Âhle und mussten bei der Ausfahrt die richtige kleine Welle erwischen. Ein absoluter Traum den ich nur jedem empfehlen kann. Bei dieser Tour konnte man Eindr├╝cke gewinnen die von Land aus nicht m├Âglich gewesen w├Ąren. In der letzten Bucht angekommen waren wir dann auch am Ziel: Cathedral Cove. Wir hatten die M├Âglichkeit uns eine Rund im Meer zu erfrischen und die Cathedral Cove n├Ąher anzuschauen. Das ist eine Art Felsenh├Âhle die nach oben hin spitz und sehr hoch wird...eben wie eine Kathedrale mit Blick auf die Bucht und die davor gelagerten Felsformationen. Ein absolutes Highlight. Am Abend kamen wir in unserem Hostel an ganz in der N├Ąhe vom Hot Water Beach. Unser Busfahrer Rick mit dem wir schon seit Auckland unterwegs sind gab uns den Tipp am Abend zu gehen, weil da weniger los ist und es von den Gezeiten her am besten passen w├╝rde. Wir starteten um 21 Uhr und fingen an mit unserer Gruppe und mit Sparten bewaffnet L├Âcher in den Sand zu graben. Es war ein absolut ├╝berirdisches Erlebnis Nachts seine F├╝├če in hei├čes Wasser zu stecken und abwechselnd im Meer abzuk├╝hlen mit Blick in eine Sternenhimmel wie wir ihn zuvor noch nie gesehen hatten. Unser R├╝ckweg f├╝hrte uns durch einen M├Ąrchenwald denn es dauerte nicht lange bis wir kleine gr├╝n schimmernte Gl├╝hw├╝rmchen entdeckten. Ein perfekter Abend!

Am n├Ąchsten Tag ging es weiter in Richtung Waitomo. Diese Gegend ist bekannt f├╝r die vielen Gl├╝hw├╝rmchenh├Âhlen und das Black Water Rafting wo man dann unter der Erde auf einem Gummireifen durch das k├╝hle Nass rutschen kann, entlang enger und dunkler Wege. Zum Teil musste man auch springen und klettern. Wir entschieden uns f├╝r eine entspanntere Variante und schauten uns die Ruakuri Cave an. In dieser H├Âhle wurde die Szene von Herr der Ringe aufgenommen wo Gollum in der H├Âhle sitzt und sagt: "Mein Schatz...". Hier hatte man die M├Âglichkeit durch ein unterirdisches Labyrinth zu laufen, vorbei an den verschiedenen Stalagmiten und Stalagtiten die unterschiedliche Formationen zeigten. Zum Beispiel die Korallen- oder die sogenannte Vorhangformation. Man hatte nat├╝rlich auch hier die M├Âglichkeit Gl├╝hw├╝rmchen zu sehen die wie ein Sternenhimmel an den Felsen hingen und sich im Wasser spiegelten. Durch die kaum oder zum Teil nicht vorhandene Beleuchtung war es einfach nur magisch...

Weiter ging es in Richtung Rotorua das Zentrum der Maori Kultur und der Geysire. Doch zun├Ąchst machten wir noch einen Abstecher in das ber├╝hmte Auenland oder vielmehr Hobbiton. Das darf nat├╝rlich auf der Liste eines Herr der Ringe Fans nicht fehlen. Wir spazierten vorbei an den Hobbith├Âhlen durch die angelegten G├Ąrten und konnten einen kleinen Eindruck gewinnen von der ganzen Arbeit die alleine in dieses Set investiert wurde mit so viel Liebe zum Detail. Uns wurde auch erz├Ąhlt das Peter Jackson auf der Suche nach der besten Location f├╝r das Auenland bei dem Farmer klingelte. Der machte nur kurz die T├╝r auf und schickte Ihn sofort wieder weg weil er das Rugby Spiel zu Ende schauen wollte...das ist f├╝r die Neuseel├Ąnder so wichtig wie wenn f├╝r den ein oder anderen Pf├Ąlzer der FCK spielt­čśé. Peter Jackson blieb allerdings hartn├Ąckig und kam wieder. Beim zweiten mal hat es dann geklappt. Gl├╝ck f├╝r den Farmer der hat jetzt mit seinem St├╝ck Land erstmal ausgesorgt­čśëÔś║. Unteranderem wurde eine Sonnenaufgangsszene 7 mal gedreht weil immer etwas schief gelaufen ist. Das hei├čt das die Crew 7 mal hintereinander um 3 Uhr aufstehen musste allein schon f├╝r die eine Szene... Es war sehr interessant mal die ganzen Details zu h├Âren. Am Ende haben wir nat├╝rlich noch unser erfrischendes Bier im Gr├╝nen Drachen getrunken. Das war auch echt n├Âtig denn an diesem Tag hatten wir in der Sonne gef├╝hlte 30 Grad.

Nach diesem Besuch ging es weiter nach Rotorua. Am Abend besuchten wir das Tamaki Maori Village. Diesen Abend werden wir so schnell nicht wieder vergessen, denn wir hatten die M├Âglichkeit ganz tief in die Maori Kultur einzutauchen und die Einheimischen ganz nah zu erleben. Dieses Erlebnis w├╝rde ich jedem empfehlen der nach Neuseeland kommt. Zun├Ąchst mussten wir im Bus unseren Anf├╝hrer w├Ąhlen und es durfte nach Maori Regeln keine Frau sein. Nachdem die Entscheidung mehr oder weniger freiwillig gefallen war gingen alle Gruppen hinter ihren Anf├╝hrern in den Eingangsbereich wo sich die Anf├╝hrer den Haka T├Ąnzen der Maori Krieger stellen mussten. Das war wirklich sehr interessant und unterhaltsam, denn bei den T├Ąnzen geh├Ârt es dazu, dass die Maori die Zunge rausstrecken. Uns wurde allerdings gesagt, dass wir uns dar├╝ber nicht lustig machen sollen weil sich die Maori dann sehr gekr├Ąnkt f├╝hlen. Begr├╝├čen tun sich die Maori wie folgt: Man gibt sich die rechte Hand, st├Â├čt zweimal mit der Nase zusammen und sagt Kia Ora! Als unsere Anf├╝hrer den "Angriff" ├╝berlebt hatten und mit den Maori Frieden geschlossen hatten, durften wir in das Village wo uns verschiedene traditionelle T├Ąnze gezeigt wurden. Unter anderem auch noch mal den Haka Tanz (der bei einem Angriff durchgef├╝hrt wird) wo wir mit vollem K├Ârpereinsatz dabei waren. Uns wurde auch etwas ├╝ber die traditionellen Tattoos erz├Ąhlt und wie diese gemacht werden zum Beispiel mit Hilfe eines Knochen und Schnabel eines Vogels. Die Tattoos sind in den Gesichtern der Maori. Je h├Âher der Rang desto mehr t├Ątowiert ist man. Bei den Frauen war zum Beispiel nur das Kinn t├Ątowiert und beim H├Ąuptling das ganze Gesicht. Wir bekamen gezeigt wie das typische Mahl zubereitet wird, dass Hangi Mahl welches in einem abgedeckten Erdloch auf hei├čen Steinen gekocht wird. Dadurch bekommt das Essen einen besonderen Geschmack und ein spezielles Aroma. Es gab Kartoffeln, Karotten, Lamm, Muscheln, Salat, Brot und vieles mehr. Das meiste wurde auch f├╝r uns ganz traditionell im Erdloch gegart. Der Abend klang gem├╝tlich bei verschiedenen Tanz- und Gesangspr├Ąsentationen aus. Man f├╝hlte sich wie in einem Musical...G├Ąnsehaut pur!!! Wir wurden den ganzen Abend ├╝ber mit einer so offenen, warmen und herzlichen Art empfangen die uns einfach ber├╝hrt hat. Folgende Botschaft bekamen wir von dem Maori H├Ąuptling mit auf den Weg: "If you should ask me what is the most important thing in the world? It is people! It is people! It is people!

Am n├Ąchsten Tag machten wir uns auf in Richtung Lake Taupo. Auf der Fahrt kam unser Fahrer in Wallung denn ein M├Ądel im Bus rief ganz entsetzt, dass die Klappe offen ist und sich zwei Rucks├Ącke verabschiedet haben. Das war sau gef├Ąhrlich, weil die Rucks├Ącke mitten auf der Stra├če lagen und die Autos mit Warnblinke eine Mauer hinter den Rucks├Ącken bildeten. Unser Busfahrer hechtete auf die Stra├če und rettete die Rucks├Ącke. Er wurde im Bus mit Applaus begr├╝├čt.
Der See Taupo ist bei einer enormen Kratererruption entstanden und ist so gro├č, dass man den Stadtstaat Singapur darin ertr├Ąnken k├Ânnte...Der absolute Hammer! Auf unserem Weg dahin besuchten wir nat├╝rlich eine Attraktion die f├╝r dieses Gebiet sehr bekannt ist und zwar die brodelnden Schlammt├Âpfe und die spuckenden Geysire. Von diesem geothermalen Gebiet konnten wir uns in Te Puia einen sehr guten Eindruck verschaffen. Wir bekamen eine F├╝hrung wo uns alles wichtige erkl├Ąrt wurde. Wir hatten sogar die Chance einen echten Kiwi zu sehen. Leider war durch die Nachtsichtkamera nur der buschelige Hintern des Kiwis zu sehen der gerade in seiner H├Âhle war. Die Tiere sind sehr scheu und es gibt leider nur noch sehr wenige von Ihnen. Aus diesem Grund stehen Sie auch unter Naturschutz. Es gab auf Neuseeland mal sehr viele Kiwis...aber auch Kaninchen. Damals war das eine richtige Plage hat uns die Reiseleitung erkl├Ąrt. Man hat versucht die Kaninchen zu erschie├čen um den Bestand zu minimieren. Je mehr man allerdings geschossen hat desto mehr fingen die Kaninchen an zum Erhalt der Rasse sich zu paaren und zu vermehren. Dann fing man an unteranderem F├╝chse und Wiesel nach Neuseeland zu holen. Die waren aber nicht bl├Âd und merkten sehr schnell, dass die Kiwis viel langsamer und hilfloser waren und somit ein viel leichteres Fressen als die Kaninchen. Somit hat sich der Bestand der s├╝├čen Kiwis bis heute reduziert...nur mal so zur Info­čśŐ.
Zum Schluss unserer Tour bekamen wir dann noch ein Ei im 100 Grad hei├čen Wasser eines Erdlochs gekocht. Der Geruch in der Luft erinnerte mich sehr an meinen Island Urlaub letztes Jahr...es stinkt sehr stark nach vergorenen Eiern ­čśŁ. Aus diesem Grund war ich auch nicht so begeistert ein Ei zu essen...das legte sich aber ganz schnell. Der Hunger treibt es rein ­čśÇ.

In Taupo angekommen waren wir zun├Ąchst damit besch├Ąftigt unsere W├Ąsche zu waschen und einzukaufen f├╝r unseren 4 Tagestrip im Tongariro Nationalpark. Der Nationalpark mit dem Mount Doom dem Schicksalsberg von Herr der Ringe konnte man von Taupo aus im Hintergrund des Sees bereits erkennen. Unsere Unterkunft in Taupo die Rainbow Lodge ­čîł ist absolut genial gelegen (10 Min. In die Stadt und 20 Min. Zu Fu├č zu den Hot Springs) und legend├Ąr f├╝r den Australian Shepherd namens Jess. Sie geh├Ârt einer Mitarbeiterin im Hostel. Absolut s├╝├╝├╝├č!
Auf unserer Einkaufsliste standen f├╝r unsere Wanderung N├╝sse,Trockenobst, Duddesupp­čśë, Nudeln, Couscous, Milchpulver, M├╝sli, etwas S├╝├čes. Es war garnicht so einfach zu planen was man f├╝r eine solche Tour braucht... Man hat ja unterwegs keinen Supermarkt um die Ecke oder ein Badezimmer wo man sich mal frisch machen k├Ânnte. Aber wir freuen uns sehr darauf vier Tage ohne Internet, ohne Handy, ohne Menschenmassen - Natur pur in der Mondlandschaft des Tongariro Nationalparks.

Daniel startete heute eine Tagestour mit dem Mountainbike am Lake Taupo entlang. Insgesamt 50 km und einige H├Âhenmeter (Ein ausf├╝hrlicher Bericht folgt die Tage). Aus diesem Grund habe ich mich daf├╝r entschieden etwas am See zu entspannen, durch die Stadt zu schlendern und f├╝r euch diesen Bericht zu schreiben. Ich hoffe er gef├Ąllt euch?!­čśŐ Am Abend sind wir dann noch zu den Hot Springs geschlendert. Hier hat man die M├Âglichkeit in hei├čen Quellen zu baden unter einem Wasserfall, direkt neben dem sehr erfrischenden Gebirgsfluss der in den Lake Taupo m├╝ndet. Ein sehr entspanntes Ausklingen des Tages ­čîî­čîÖ.

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Bis dahin wir melden uns wieder wenn wir unsere Reise in das Reich von Sauron und seinen Orks geschafft haben­čśü­čśŁ.